Jun 29

Zum dritten Mal sind Bibliothekswesen (also BibliotheksmitarbeiterInnen) aufgerufen, die Möglichkeiten des Web zu erkunden, indem sie ein eigenes Weblog anlegen, ganz viel ausprobieren und vor allem Spaß dabei haben sollen.

Bibliothek 2.009 ist ein Online-Lernprogramm, das BibliotheksmitarbeiterInnen ermuntern soll, mehr über die Techniken des Internets zu lernen, die die Art verändern, in der Menschen, die Gesellschaft und Bibliotheken Zugriff auf Informationen haben und miteinander kommunizieren.” (aus über Bibliothek 2.009)

Heute ist der erste Tag, und es gibt bereits mehrere neue WebloggerInnen.

Der Name Bibliothek 2.009 gefällt mir gut, ich werde ein Auge darauf haben.

Danke an Kellergeschoss für den Hinweis!

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Jun 23

Leider verpasst, da ich mich gerade an der VHS beim Türkischkurs aufgehalten habe. Aber bei youtube gibt es einen Ausschnitt aus der Lesung in Hannover in der Stadtbibliothek Mühlenberg: Das Gedicht “Gast” von Orhan Veli Kanlık.


Wer ist der Dichter Orhan Veli Kanık? Einer der bis heute beliebtesten Poeten der Türkei sagt die Wikipedia und bringt auch gleich ein paar Gedichtzeilen. Juhu, die erste Zeile habe ich verstanden! Und wieder was gelernt über die türkische Literatur.

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Jun 22

Müsst ihr euch denn ausgerechnet die Bahngleise so oft als Tatort

Das Bahnsignal steht auf Stopp / RainerSturm © pixelio.de

Das Bahnsignal steht auf Stopp / RainerSturm © pixelio.de

aussuchen? Da gibt es doch sicher Möglichkeiten, die nicht so vielen anderen Menschen Unannehmlichkeiten bereiten und sie sogar durch übermüdete, ortsunkundige Ersatzbusfahrer in Gefahr bringen.
So bekommt ihr zwar Aufmerksamkeit, aber nur eine anonyme.
Genervte Grüße von Büchereierlei, deren Heimweg zwei Stunden länger als sonst gedauert hat.

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Mai 04

Twitter kann neue Mitglieder kaum halten

Der Microblogging-Dienst Twitter kann neue Mitglieder kaum an sich binden. Viele probieren den Dienst aus, werden anschließend aber keine dauerhaften Nutzer.

Von Peter Müller (30.04.2009) aus Macwelt

Mich auch nicht. Mittels einer Email konnte ich meinen Account löschen, aber ich bekomme inzwischen ständig Mails, dass ich ihn wieder aktivieren soll.
So eine Nerverei bewirkt bei mir allerdings eher das Gegenteil…

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Apr 30

Gerade habe ich einen Jugendroman angefangen zu lesen. Der Autor Derek Meister wurde 1973 in Hannover geboren. Die Geschichte spielt in der Gegenwart. Ian und Bpm, zwei 17jährige Jungen, besuchen ihre Bücherei in Southend-on-Sea, Essex, England:

Die neue Bücherei von Southend befand sich in einer stillgelegten Brauerei. Nachdem die alte Bibliothek abgebrannt war, hatte man die geretteten Bücher in dem einstöckigen Fabrikgebäude untergebracht, das seit den 50er-Jahren nicht mehr genutzt wurde. Inzwischen waren aus dem vorübergehenden Umzug sechs Jahre geworden und die Bücher lagerten immer noch in den Tonnengewölben und langen Backsteinkellern, in denen sich einst Biertanks und Fässer befunden hatten. Überall in dem mit schiefen Karteikästchen und klapprigen Kartenständern vollgestopften Gemäuer roch es nach Papier, Stoffeinbänden und Kleber.
Obwohl sich die Mitarbeiter alle Mühe gegeben hatten, die Bibliothek übersichtlich zu gestalten, fühlte sich Ian in den verwinkelten Kellern immer an die Katakomben von Paris erinnert, die er vor zwei Jahren mit seiner Mutter und Peter besichtigt hatte.
„Wir haben alle britischen Zeitungen, jede Ausgabe seit 1976. Ihr könnt sie euch dahinten ansehen“, erklärte ihnen eine süße Brünette, die kaum älter als die beiden Jungen war. Sie saß hinter einem Infotisch, auf dem zerschnittene Zeitungen und riesige Stapel von Büchern lagen. Auf einem Buch klebte eine Gurkenscheibe, die aus ihrem Thunfischbaguette gefallen sein musste, das eindeutig zu groß für ihre zierlichen Hände war. Die junge Frau zeigte mit ihrem Snack in Richtung einiger monitorartiger Maschinen, die auf Tischchen aufgereiht standen. Bei dem Anblick der grauen Kästen musste Ian an alte Filme denken, in denen Frauen mit gewagten Hochsteckfrisuren vor Monstren von Computern saßen, die eher Kühlschränken ähnelten.
„Und schräg gegenüber findet ihr die Mikrofiches.“
„Mikrofische?“ Bpm lächelte die Frau charmant an. „Wir wollten zwar ‘n paar Infos angeln, aber…“
„Mikrofiche“, korrigierte sie ihn streng und überging Bpms Geflirte geflissentlich. “Wir haben die Zeitungsausgaben auf Film.”
“Cool, verfilmt! Leisten Sie uns Gesellschaft? Gibt’s hier auch Popcorn?”
Ian stieß seinen Freund in die Seite.
“Ist dein Freund immer so lustig?” Die Frau legte ihr Baguette säuberlich auf einem Zeller ab. “Kommt mit, ich zeige euch die Geräte, aber wenn er weiter so dumme Sprüche reißt, hetz ich den Hund auf ihn.” Sie schaute Bpm böse an und zeigte mit dem Finger auf den Boden.
Eine Sekunde lang sah Bpm verwirrt aus, dann grinste er. Hinter ihren Stiefeln lugte ein Spitz hervor, dessen dünne Beinchen vor Angst zitterten.
“Den Hund … Der war gut. Du meinst wohl die steuerpflichtige Ratte da unten?”
“Noch ein Spruch …” Drohend hob die Frau den Zeigefinger. Kaum hatten sich Bpm und Ian entfernt, kläffte der Spitz wütend hinter ihnen her.
Die Bibliothekarin führte sie zu einem Lesegerät. Lediglich ein paar Drehstühle und Tische waren in das Gewölbe geschoben worden. Die junge Frau öffnete eine Filmdose und legte den Film mit den Zeitungsausgaben von 1994 ein. “Um den Film vor- und zurückzuspulen, müsst ihr an der Kurbel hier rechts drehen. Falls ihr noch Fragen habt …”

(…)

“Prähistorisch”, lästerte Bpm über die Mikrofilme. “Warum haben die das Zeug nicht digitalisiert? Dann hätten wir es bequem zu Hause googeln können.”

Und hier gleich ein Schmankerl für die Star Trek-Fans hinterher:

Bpm kurbelt den Zeitungsfilm voran und schießt übers Ziel hinaus:

“He, ich hab mich nur um sieben Monate und drei Tage verflogen! Captain Janeway hat’s um 75000 Lichtjahre verbockt.”

aus: Derek Meister: Ghost hunter – Das Licht, das tötet. – Bindlach : Loewe, 2009. – ISBN 978-3-7855-6262-8 (S.73 ff)

Mikrofiche und Mikrofilm gehen ein wenig durcheinander, aber immerhin so viel Technik hat Einzug gehalten in der beschriebenen Bücherei. Die Wirklichkeit ist aber doch etwas moderner, zumindest auf dieser Website der Libraries in Southend-on-Sea. Das beruhigt mich.

Thunfischbaguettes am Auskunftsplatz essen, kommt bei mir garantiert nicht vor, also auch keine Gurkenscheiben in neuen (oder alten Büchern), die ich dort versehentlich deponiert habe.

Eigentlich wollte ich keine Trilogien mehr lesen, bevor sie nicht komplett erschienen sind. Sind sie gut, ist das lange Warten scheußlich. Hier habe ich zu spät bemerkt, dass ich einen ersten Teil in der Hand habe, der sich bisher sehr flüssig und spannend liest, so dass ich mir wahrscheinlich wünschen werde, Herr Meister möge sehr umsichtig leben, damit ihm nichts zustößt und er ganz schnell die Fortsetzungen schreiben kann!

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Apr 28

Folgende Botschaft fand sich heute in meiner Mittagspause im Glückskeks:

Glückskeksbotschaft: Geh mal wieder in die Bücherei!

Glückskeksbotschaft: Geh mal wieder in die Bücherei!

Das heißt wohl, ich soll heute nicht früher Feierabend machen, sondern nach der Mittagspause weiter arbeiten?’
Nein, das heißt, es gibt einen Glückskeksgenerator.

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Apr 27

Das habe ich irgendwo gelesen, und mich dort angemeldet. Auch wenn ich hier in letzter Zeit wenig geschrieben habe, bin ich doch noch auf Entdeckungstour im Web 2.0. Facebook oder MySpace, das war bei mir die Frage. Ich entschied mich für letzteres, angeblich sollen sich hier viele “ältere” Menschen ab 30, 40 Jahren tummeln. Da passe ich rein, dachte ich mir.

Das Anmelden ist wie so oft ganz einfach. Hier habe ich mich für einen privaten Namen entschieden und nicht das berufliche “Büchereierlei”.
Dann gibt es einiges auszuprobieren: Layout, Widgets… und die Frage zu klären: Wieviel will ich über mich verraten?

Freunde finden geht über einen Abgleich der Emailadressen aus diversen Adressbüchern sehr einfach. (Und MySpace nutzt diese Adressen wirklich nicht? Ich habe ja immer ein etwas mulmiges Gefühl bei so etwas.) Sechs meiner Adressen waren MySpace bekannt. Vier davon habe ich eingeladen, mein “Freund” zu sein, aber keiner von ihnen hat bisher reagiert.
Dafür habe ich bereits diverse Freundesanfragen, von Menschen erhalten, die ich nicht kenne. Im Prinzip nicht verkehrt, ich kann ja auch neue Leute kennen lernen, aber doch nicht, wenn sie Mode verkaufen oder Musiker sind, die schon über 20000 Freunde haben… Freundschaftsspam muss nicht sein.

Dafür bin ich jetzt mit einem Schauspieler “befreundet”, für dessen TV-Serie ich mich in Kindheitstagen schwer begeistert habe. Das hätte ich mir damals auch nicht träumen lassen! Aber der immer noch viel beschäftigte Mann hat sicher mehr als eine Sekretärin, die ihn bei MySpace vertritt.

Leider kann man keine Freunde nach Interessen suchen (außer Dating, Beziehung, Freunde, Netzwerk). Das fehlt mir.
Nachtrag: Inzwischen habe ich die sehr versteckte Funktion zufällig entdeckt. Allerdinges gibt es entweder hunderte Treffer oder gar keine. Nicht sehr hilfreich.

Das Widget “Books IRead” ist nett, aber auch werbelastig. Der Bücherimport aus anderen Listen klappt gut.

Mal sehen, wie lange ich MySpace noch ausprobiere, bevor ich teste, wie man sich dort wieder abmeldet.

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Apr 27

Eine Frau steht mit ihrer Freundin vor mir und fragt nach, wann sie die beiden Bücher, die sie ausgeliehen hat, wieder zurückgeben muss.
Ich schaue nach und stelle fest, es sind sogar drei Titel.

Kundin: “Drei? Das kann nicht sein.”
Büchereierlei: “Doch. Es heißt “Gedächtnistraining”, das haben Sie wohl noch nicht gelesen, sonst würden Sie sich erinnern…”

Nein, hatte sie noch nicht, aber sie will es umgehend tun, denn anscheinend hat sie es nötig.
Besonders die Freundin der Leserin hat sich sehr amüsiert. :-) )

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Mrz 17

Für viele schon, wie nicht nur ich aus eigener Erfahrung weiß.
Bücher kauft man normalerweise nicht in der Bibliothek und Bücher leiht man nicht in der Buchhandlung aus.

Auch Buchhändlerinnen haben so ihre Probleme mit den Kunden wie ein Beitrag in Buchhändleralltag und Kundenwahnsinn beweist.

Besonders gut gefallen mir diese zwei Kommentare:

Apropos “ausleihen”, ich hatte kürzlich in unserer Buchhandlung folgendes Kundengespräch:
Kunde: Ich hätte gerne ein Medizinlexikon.
Meine Rückfrage: Für Laien?
Kunde: Nein, ich hätte es gerne gekauft.
Barbara | 16.03.2009 – 21:44

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Feb 19

Jetzt habe ich mich als Lernen 2.0-erin in die Twitter-Lektion bei 13 Dinge eingeklinkt, habe die Entdeckungsaufgaben verfolgt, mich bei Twitter angemeldet und auch gleich jemanden entdeckt, die ich kenne. Das war schön.

Aber dennoch ist meine Frage jetzt: Wie melde ich mich bei Twitter wieder ab?!

Für mich persönlich sehe ich momentan keinen Sinn in Twitter. Mit dem Handy würde ich es nicht nutzen wollen.
In meinem nahen Bekannten- und Familienkreis – Partner, beste Freundin, Vater – gibt es keine Web 2.0-Nutzer, bei denen es mich interessieren würde, was gerade los ist bzw. denen ich von mir aus etwas zuzwitschern könnte.
Das Twittern von neuen Medien in der Bibliothek erscheint mir auch nicht so sinnvoll. Dann lieber Library Thing.

Ich bin gespannt, wie die 13 Dingeler Twitter sehen.

PS: Nun ist mir Twitter endgültig verleidet worden. Würde ich das weiter nutzen wollen, müsste ich jetzt den Tod meiner Mutter twittern …

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