Aug 17

Eine Schülerin kommt mit einem kleinen, verknitterten Notizzettel, der mit Bleistift beschrieben ist. “Ich brauche diese drei Bücher von Charlie Soundso.” Die junge Dame hatte offensichtlich Schwierigkeiten, ihre Schrift zu entziffern. Ich auch. Der Nachname begann anscheinend mit “Khur”. Die ausnahmslos englischen Titel waren besser zu entziffern, ergaben aber keine Treffer im Bibliothekskatalog, im Buchhandelskatalog und im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Keiner hatte einen “Charlie” oder “Charley” mit “Khur…” oder so ähnlich als Nachname.

Kein Wunder, nach einer Weile stellte sich heraus, “Charlie” heißt eigentlich “Caryl” und mit “Khur…” ist “Churchill” gemeint.

Die drei Titel waren richtig, aber englischsprachig. Und ich zweifle, ob sich ein Teenager durch diesen Inhalt mit Freude durchkämpft. Ob so etwas in der Schule gelesen wird?

Reading the script for Caryl Churchill’s 1979 play about sex and love is a special workout for the imagination. First, she asks you to imagine characters whose sexual identities and alliances shift constantly. Then she asks you to imagine that most of the characters make an impossible leap in time, from colonial Africa in the Victorian age to contemporary Britain. Lastly, she asks you to imagine some of the male characters played by women and some female characters played by men. Churchill likes to get things good and mixed up so all the audience’s preconceptions about gender, romance, and “lifestyle” are scrambled, neutralized, and possibly even rebuilt. The title refers to the state of orgasmic and emotional bliss that everyone in this play seems to be striving for so desperately.” (amazon.com)

Achso, diese Bücher gab der Büchereibestand leider nicht her.

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Aug 11

Fragt eine Kundin mit osteuropäischem Akzent die Bibliothekarin: “Haben Sie neue Trielah?”
Die Bibliothekarin guckt hoffentlich nicht allzu verduzt, und fühlt den Groschen langsam fallen: “Bestimmt, wir können gleich hier auf dem Tisch nachschauen, was an neuen Thrillern dabei ist.”

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Apr 27

Eine Frau steht mit ihrer Freundin vor mir und fragt nach, wann sie die beiden Bücher, die sie ausgeliehen hat, wieder zurückgeben muss.
Ich schaue nach und stelle fest, es sind sogar drei Titel.

Kundin: “Drei? Das kann nicht sein.”
Büchereierlei: “Doch. Es heißt “Gedächtnistraining”, das haben Sie wohl noch nicht gelesen, sonst würden Sie sich erinnern…”

Nein, hatte sie noch nicht, aber sie will es umgehend tun, denn anscheinend hat sie es nötig.
Besonders die Freundin der Leserin hat sich sehr amüsiert. :-) )

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Feb 10

Manchmal sind die Erwartungen an uns Bibliothekswesen doch ganz schön hoch.

Ein Auszug aus heutigen Fragen:
Eine Nebenfrage eines Herrn als wir gerade Tipps suchten, wie man Metall anstreicht: “Wie schließe ich eigentlich meinen Recorder an den Receiver an? Ich habe immer nur ein schwarzes Bild?”

Eine Dame wollte wissen: “Wie stelle ich es an, Bilder einzuscannen?” – Wie wäre es mit einem Blick ins Handbuch des Scanners?

Und dann waren da noch zwei Schülerinnen, mit einer radikalen Kehrtwende in ihren Literaturwünschen. Eigentlich fragten sie nach Informationen über Nonnen und Klöster im Mittelalter, endlich war etwas gefunden, da fiel den beiden ein, dass sie ja überhaupt viel dringendender was über Satanismus und Zauberei brauchten.
Tja, sonst fragt das eine Mädchen jedes Mal nach Foltermethoden im Mittelalter. Ob sie einen äußerst nervigen kleinen Bruder hat? An Bibliothekswesen mit Engelsgeduld beim Helfen wird sie sie doch wohl nicht ausprobieren wollen?

Fragezeichen und Ausrufezeichen in zwei Denkblasen / c filastockphoto @ pixelio.de

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Nov 28

Gut dass es das Internet gibt!namensdrerveher
Ein Mann in der Bücherei ist auf der Suche nach Titeln von einem isländischen Schriftsteller, über den am Vortag etwas im Fernsehen kam.
Uns Büchereiwesen fällt dabei gleich der bekannteste ein: Arnaldur Indridason. Aber nein, der war es nicht, sondern ein Herr “Ledrasson”, hat der Mann doch extra gleich notiert.
Der ließ sich allerdings nicht finden. Auch in der Liste isländischer Schriftsteller bei Wikipedia klang auch nichts nur so ähnlich.
Welche Fernsehsendung war es denn? Ach, eine vom NDR. Flugs mal ins richtige Programm mit Hilfe einer Suchmaschine geschaut. In einem Beitrag wurde vorgestellt: Arnaldur Indridasson mit seinem Kommissar Erlendur.
Der Mann vor mir war noch nicht ganz überzeugt. Ja, das war die Sendung und auch der Beitrag, aber der hieß doch gestern noch “Ledrasson”…

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Okt 29

Aussage eines pfiffigen Drittklässlers bei einer Klassenführung:

“Und wenn ein Buch Scheiße ist, kann man es auch schon früher zurück bringen.”

Genau, und zu Ende lesen muss man auch nicht jedes Buch.

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Okt 28

Eine ältere Dame (84) leiht sich Bücher aus und folgender Dialog entsteht mit der Büchereimitabeiterin an der Theke:

Ältere Dame: Ich habe da eine Frage…
Mitarbeiterin: Ja, bitte.
Ältere Dame: Haben Sie das Buch “Feuchtgebiete“?
Mitarbeiterin (etwas verwundert): Ja, aber das ist gerade ausgeliehen und auch noch einmal vorgemerkt.
Ältere Dame (erleichtert): Gut, dass ich doch nicht mit meiner Freundin gewettet habe! Weil, ich bin nämlich auch vom Fach, und wir hätten das Buch damals garantiert nicht für die Bücherei gekauft.
Mitarbeiterin ist auch erleichtert, ihr Weltbild stimmt wieder. Die Dame wollte das mit ihren 84 Jahren doch nicht selbst lesen.

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Sep 08

Büchereikunde: “Können Sie mal nachschauen, bis wann ich meine CD abgeben muss?”

c Olaf Sachsenweger / PIXELIO

Büchereimitarbeiterin: “Sie haben noch drei Tage Zeit.”

Büchereikunde: “Oh, dann muss ich mal sehen, ob ich die CD bis dahin aus meinem Laufwerk herausbekomme. Mir haben sie nämlich den Strom abgestellt …”

Büchereimitarbeiterin: (lächelt freundlich weiter)

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Mai 13

Ich habe heute Morgen einen gemailten Wunsch zur Leihfristverlängerung erfüllt und bekam folgende Antwort:

„Recht herzlichen Dank.

Weiterhin einen gelungenen Arbeitstag, eine nicht zu stressige Woche und viele Kuscheleinheiten am WE.“

Sollte mir das jetzt zu denken geben?! Ich schreibe lieber nicht zurück, dass meine bessere Hälfte am nächsten WE nicht da ist…

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Apr 18
© geralt / www.pixelio.deEin Mädchen ist in Prinz Charles verliebt, spielt Basketball, fährt nach England und gibt jemandem Deutschunterricht.

Aus diesen Angaben eines männlichen Teenagers, der nur auf Drängen seiner Mutter endlich die Infomation (also mich) fragte, ließ sich doch tatsächlich in gefühlten zwei Minuten der Titel ermitteln:

“Prinz William, Maximilian Minsky und ich” von Holly-Jane Rahlens.
Es war also nicht Prinz Charles, welcher Teenie verliebt sich auch in den, sondern der William!

Und das Beste: Wir haben das Buch und es war auch gerade da!

Wieder ein wenig Leseförderung bei einem Jungen betrieben. *freu*
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